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In den vier Kapiteln seines Buches geht es Žižek um die Wiederbelebung des utopischen Kerns eines Kommunismus, in dessen angemaßtem und verwässertem Namen im 20. Jahrhundert Schindluder mit der Idee getrieben wurde. Seine Abrechnungen mit den Fehlern des eben nicht real existierenden Sozialismus fallen nicht weniger scharf aus als die mit dem zynischen globalen Kapitalismus. Aus dem Scheitern dieser beiden Leitmodelle der vergangenen 150 Jahre gewinnt er nicht etwa einen Mittelweg als das geringere Übel. Er arbeitet sich mit intellektuellem Witz und revolutionärem Ernst an Heidegger wie an Stalin, an Robespierre wie Mao ab, dessen Anhänger, den befreundeten französischen Philosophen Badiou, er mit solidarischem Spott überzieht. Mit der Aufforderung „Von Anfang beginnen“ überschreibt er das letzte Kapitel seines Buches und schließt mit der Botschaft: „Habt keine Angst, kommt zurück und macht bei uns mit. Ihr habt euren antikommunistischen Spaß gehabt und er sei euch verziehen – aber jetzt ist es an der Zeit, wieder ernsthaft zu werden!“ Mit seinem eigenen sittlichen Ernst lässt er in seinem kultur- und gesellschaftkritischen Buch vier apokalyptische Schauplätze erkennen, auf denen sich der linke Kampf zu bewähren haben werde: die ökonomische wie die ökologische Herausforderung, die Frage nach der biologisch-anthropologischen Originalität des Menschen und seine unübersichtlich gewordene IT-Disposition. Ein kluges Buch voller radikaler Gedanken – überraschend einsichtig! Er signiert es mit einer deutschen Widmung und entschwindet zu einem seiner – wie immer – hörsaalfüllenden Vorträge.
Harald Loch Slavoj Žižek: Die bösen Geister des himmlischen Bereichs - Der linke Kampf um das 21. Jahrhundert
Aus dem Englischen von Frank Born S. Fischer Wissenschaft, Frankfurt am Main 2011 335 Seiten 22,95 Euro
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